The
Palm Dubai
Momentan
entsteht in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate das wohl
spektakulärste Projekt das jemals von den Scheichs
verwirklicht worden ist. Zwei künstliche Inseln Namens
The Palm Jumeirah und Jebel Ali werden für mehrere
Milliarden Dollar erbaut. Die erste Insel The Palm Jumeirah
Dubai ist fast fertiggestellt.
Der
Traum von einer künstlichen Insel wird Wirklichkeit.
Das kleine Wüstenemirat Dubai baut gerade am "Achten
Weltwunder" - so die werbewirksame Bezeichnung der
arabischen Marketingstrategen. "The Palm", so
der schlichte Name der beiden palmenförmigen Inselanlagen,
soll dem Land bis 2010 jährlich 15 Millionen Touristen
bringen. Fast jeder denkt an massenhaft Öl, steinreiche
Scheichs und Luxus pur, wenn er den Namen Dubai hört.
Doch nur etwa zehn Prozent der Einnahmen bezieht das Scheichtum
aus dem Erdölverkauf. Das große Geld wird anders
verdient. Dubai ist Freihandelszone mit Hochseehafen,
ohne Zölle und Steuern. Das lockt Investoren ins
Land.
Richtig
reich wird Dubai vom Tourismus. Urlauber aus aller Welt,
deren Geldbeutel es zulässt, bezahlen und genießen
den märchenhaften Luxus. Die Stadt hat jedoch ein
Problem: ihr gehen die Strände aus. Die Lösung
ist ein schier utopisch klingendes Projekt: Zwei auf Sand
gebaute künstliche Inseln jeweils in Form einer riesigen
Palme. "The Palm" wird ein futuristisches Urlaubsparadies,
das keine noch so ausgefallenen Wünsche offen lässt.
Mit jeweils 17 Palmwedeln und einem Durchmesser von fünf
Kilometern sollen diese Inseln im Meer selbst aus dem
All mit bloßem Auge erkennbar sein. Die geplanten
2000 Villen, 40 Luxushotels, Shoppingzentren und Jachthäfen
samt 120 Kilometer Sandstrand auf der ersten Palme, der
"Palm Jumeirah", sollen demnächst fertig
sein.
Man sollte meinen, dass die Beschaffung von ausreichend
Sand in einem Wüstenstaat kein Problem ist. Denn
Sand hat Dubai eigentlich im Überfluss. Das Problem
liegt in der Beschaffenheit des Baustoffs. Wüstensand
ist feinkörniger als echter Urlaubsstrand. Das beste
und billigste Material für die Luxusstrände
von "The Palm" kommt daher aus dem Meer, bzw.
von den Sandbänken vor der Küste Dubais. Von
dort kann es jedoch nur mit einer besonderen Technik gehoben
werden. Innerhalb von zwei Jahren hat die niederländische
Spezialfirma van Oord mit ihren Schiffen aus 100 Millionen
Kubikmeter Sand bereits eine Palmeninsel geformt. Dazu
führen die Schiffe per Kran riesige Saugrohre auf
den Meeresgrund, die wie überdimensionale Staubsauger
tonnenweise Sand verschlingen. Ganze Sandbänke werden
so in die Laderäume befördert. Von Satelliten
geleitet, fahren die Frachter dorthin, wo die Luxusinsel
aus dem Meer wachsen soll. Metergenau platziert, öffnen
sie ihre Schiffsböden. Jedes Schiff entlässt
Tausende Kubikmeter Sand in die Tiefe. Zum Schutz vor
Erosion schützt ein Ring aus massiven Steinen den
künstlichen Strand. Der Wall ist auf mindestens 100
Jahre angelegt und muss später Wellen bis zu vier
Meter Höhe brechen. Auch bei dieser Maßnahme
scheuen die Leiter des Projekts weder Kosten noch Mühen.
Die erste Palmen-Insel, "Jumeirah", ist fast
fertig. Die Bauarbeiten an den Luxusvillen ist in vollem
Gange. Der Immobilienverkauf begann im Januar 2003. Innerhalb
von drei Wochen waren sie veräußert. Selbst
die zweite Palmen-Insel, "Jebel Ali", hat schon
Interessenten gefunden. Die Rechnung der Planer ist aufgegangen.
Die Interessenten für die noch geplanten Inselnwelten
stehen Schlange. Ein weiteres, noch gigantischeres Inselprojekt
mit Namen "Die Welt", das den gehobenen Wohn-
und Urlaubsmarkt ansprechen soll, wird gerade begonnen.
Zweihundert Inseln werden vor der Küste Dubais auf
einer Fläche von 30 Quadratkilometern entstehen,
die sich zum Umriss einer Weltkarte ergänzen sollen.
Verschieden groß werden sie sein, und ihre Bebauung
soll die kulturellen Besonderheiten der Kontinente sichtbar
werden lassen. |